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Von der ersten Motivation zur großen Veränderung (Kolumne Fuldaer Zeitung – März 2026)

Ozempic, Mounjaro, Alterungsprozess
Ozempic & Mounjaro: Mehr als Abnehmen – Motivation, Gesundheit und Langlebigkeit. Entdecken Sie, wie moderne Medikamente in Kombination mit Sport, bewusster Ernährung und Achtsamkeit den Alterungsprozess positiv beeinflussen können

Wir alle möchten alt werden, doch alt sein wollen wir nicht. Besonders auf die körperlichen Abbauerscheinungen und typischen Erkrankungen, die Menschen ab einem bestimmten Alter heimsuchen, können wir alle gut verzichten, oder? Dieser Wunsch ist wohl so alt wie die Menschheit, doch nun gibt es dazu nicht nur den passenden Trend, sondern auch richtig gute Mittel. Kommen wir zunächst zum Trend. Er heißt Longevity – schon mal davon gehört? Ausgesprochen wird das Ganze „Lonscheveddy“, und darunter versammeln sich alle Tipps und Tricks, wie man den Alterungsprozess verlangsamen und bis ins hohe Alter fit bleiben kann. Wissenschaftlich gesehen geht es dabei darum, alterstypische Prozesse zu verstehen, um die Lebensphase ohne typische Alterskrankheiten zu verlängern und umgekehrt, Krankheitsphasen am Ende eines langen Lebens so kurz wie möglich zu halten.

Wie immer gibt es auch hier die verschiedensten Ansätze und mitunter abstruse Ideen, nicht nur im Internet, sondern auch in Spas oder Studios. In der Medizin weiß man schon lange, dass ein gesunder Lebenswandel hilfreich ist: Sport, Verzicht auf Alkohol und Nikotin, gesunde Ernährung mit wenig Zucker, nicht allzu vielen Kohlehydraten und wenig Fleisch. Abgesehen davon, dass dies natürlich der Idealfall ist, können die Alterungsprozesse im Körper, die am Ende zu Herzkrauslaufproblemen, Schlaganfällen oder Krebserkrankungen führen können, nicht wirklich aufgehalten werden.

Umso interessanter ist es, dass Wissenschaftler in verschiedenen Studien und Ländern herausgefunden haben, dass es nun doch ein Mittel gibt, das die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen und auch Krebs weiter verzögern kann. Auch dieses Mittel ist inzwischen in aller Munde: Es heißt „Ozempic“ und ist landläufig als „Abnehmspritze“ bekannt. Ein ähnliches Präparat kennen wir unter dem Namen „Mounjaro“. Beide Medikamente ahmen ein körpereigenes Hormon nach, das die Magenentleerung verlangsamt, die Insulinausschüttung fördert und für ein starkes Sättigungsgefühl sorgt. Daher wurden sie zunächst als Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt.

Nun geht es in verschiedenen wissenschaftlichen Beiträgen darum, dass die Anwendung dieser Präparate Vorteile hat, die über die Regulierung des Blutzuckerspiegels und der Gewichtsreduktion hinausgehen: Chronische systemische Entzündungen verbessern sich; das Risiko für verschiedene Erkrankungen nimmt ab. Medizinisch sind diese Wirkungen, die anfangs gar nicht beabsichtigt waren, noch nicht zu Ende erforscht, was wir aber heute schon wissen, ist, dass die „Abnehmspritze“ viel mehr Wirkung zeigt, als das reine, schnelle Abnehmen, das man auf der Waage sieht. Hier geht es um stille, schleichende Verbesserungen, die viel mit Psychologie zu tun haben, und die ich ganz deutlich bei Menschen wahrnehme, die zu mir in die Praxis kommen:

Wenn Patientinnen und Patienten anfangen abzunehmen, passiert oft mehr als nur körperliche Veränderung: Sie bekommen positives Feedback aus ihrem Umfeld. Ein ernstgemeintes „Du siehst toll aus“ tut gut; gleichzeitig merken die Betroffenen selbst, dass sie sich wohler fühlen in ihrer Haut. Beides zusammen und natürlich die Tatsache, dass der Allgemeinzustand mit den purzelnden Kilos wirklich besser geworden ist, gibt den Menschen richtig viel Energie. Und damit kommt ein weiteres Plus hinzu, denn etwas Entscheidendes entsteht: Es heißt „Motivation“. Plötzlich haben die Menschen eine Idee davon, wie es gehen könnte, dass man dauerhaft aktiver bleibt, fitter wird, weniger schnell altert. Die Zauberworte heißen Sport und Bewegung, bewusstes Essen und Achtsamkeit. Viele Menschen, die mit Ozempic begonnen haben, gehen wieder ins Fitnessstudio, beginnen mit Spaziergängen oder Krafttraining. Das Einzige, was ihnen vorher dafür fehlte, war der Startschuss, die Motivation für den ersten Schritt. Und genau die haben sie mit den neuen Medikamenten bekommen. Mit diesem Impuls kann man körperlich und mental aus dem Stillstand in Bewegung kommen.

Die Spritze zum Abnehmen ist also nicht das Ziel. Aber sie kann der Ausgangspunkt für ein neues, erfülltes und sportlicheres Leben sein – eine Veränderung hin zu mehr Lebensqualität. Ob dann die Neigung für alterstypische Erkrankungen mit den Wirkstoffen in der Spritze sinkt oder ob die bewusstere und gesündere Lebensweise dazu beiträgt, werden Studien ermitteln. Wir befinden uns mit dieser Forschung in einer wirklich spannenden Phase, nicht zuletzt, weil wir nicht nur positive Auswirkungen verzeichnen: Durch die Reduktion des subkutanen Fettgewebes, am sichtbarsten im Gesicht, wirkt man zunächst schlanker, häufig aber auch (viel) älter. Es kann zu Haarverlust und auch zu Vitaminmangel kommen. Man muss also durchaus abwägen, ob die potenziellen Effekte auf die systemische Gesundheit und Langlebigkeit die ästhetischen Effekte überwiegen oder umgekehrt. Die Ästhetik steht also dem Wohlbefinden eventuell im Weg. Neben der Ästhetik könnte der Preis ein weiteres Hindernis für die Anwendung dieser beider Medikamente außerhalb der bisherigen medizinischen Indikation sein: Es ist nicht billig, und die Kassen übernehmen es nur bei der Behandlung von Diabetes.

Das Thema „gesundes Altern“ ist ein Kernthema der Medizin. Wenn Sie dazu Fragen haben, machen Sie es nicht mit sich allein aus.

Ihre

Daniela Uribe Holmgren Dermatologin mit eigener Praxis in Fuldas Innenstadt

Dermatologin mit eigener Praxis in Fuldas Innenstadt Infos zu den Angeboten der Hautarztpraxis Uribe Holmgren finden Sie unter www.hautarzt-uribe-holmgren.de/ sowie auf Instagram, TikTok und Facebook unter skinhauturibeholmgren.

Tags :
Ästhetik und Kosmetik,Dermatologie

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